Date: 22. April 2013

Author: Nicole Jansen van Rosendaal

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Zwei-Klassengesellschaft: Radikal Digitalisierte versus digitale Halbanaloge

Home-Office nicht für Jedermann/frau! Radikal Digitalisierte haben es leicht im Home-Office, aber was machen diejenigen, die wertvolle Dokumente noch haptisch verarbeiten?

Manche Berufe eignen sich nicht für das Home-Office. Wenn du kein Berater oder Kreativer bist sondern im administrativen Bereich täglich mit Ordnern, Zahlen und viel Papier zu tun hast, eventuell noch Abgabefristen berücksichtigen musst, deine Anwesenheit somit zwingend notwendig ist, fühlt sich das nicht gut an, allein die Stellung in der Firma inne zu haben:

Mag ja sein, dass sich Stubentiger freuen, wenn Frauchen zuhause bleibt, aber ich fühl mich hier furchtbar aaaallllein!
Zum Glück führe ich Selbstgespräche damit es nicht ganz so ruhig ist hier.
Mehrmals gelacht habe ich heute auch schon – halt mit mir alleine, z.B. wenn ich die neuen Informationen im Steuerrecht lese und über eines der deutschen Unworte stolpere:
GEMEINNÜTZIGKEITSENTBÜROKRATISIERUNGSGESETZ

Um den heutigen Tag im Home-Office bestreiten zu können, hätte ich Folgendes mitnehmen müssen: den Drucker für Rechnungen auf Geschäftspapier, Geschäftspapier, den Kopierer um die Rechnungen für die Ablage zu kopieren, Kuverts und Briefmarken, Minimum 6 Ordner, die ich heute alle schon in der Hand hatte um a) Rechnungen zu erstellen, b) unsere Domains zu checken c) einer Praktikantin Auskunft zu geben, d), in einem Zusatzvertrag den §2 noch einmal nachzulesen…

Hmh? Halte hier gerne die Stellung, aber die anderen fehlen mir sehr: die Geräusche aus den Nebenzimmern, das mitreißende Auflachen eines Mitarbeiters, die spontanen Überfälle, wenn einer ganz dringend was braucht oder eine Frage hat, die netten Anekdoten, die wir uns zwischen Tür und Angel zuflüstern, die fürsorgliche Art, wenn einer zum Bäcker marschiert und ich gefragt werde ” soll ich dir was mitbringen?”Ich brauch die Crew, Kontakte, Menschen…

Ich bin eine verwaiste digitale Halbanaloge und was bist du?

4 Responses to “Zwei-Klassengesellschaft: Radikal Digitalisierte versus digitale Halbanaloge”

  • hansjörg 22. April 2013 at 17:03

    naja. natürlich sehen das digital immigrants anders als digital natives^^^! aber wie schon bismarck bemerkt hat: “ich halte das automobil nur für eine vorübergehende modeerscheinung…”

  • Laura 22. April 2013 at 17:43

    Ich bin heute eine Kämpferin an der Front und stelle mich der Vielseitigkeit und besonders den Tücken welche die moderne Kommunikationstechnik für einen bereit hält. Um hoffentlich erfolgreich im bequemen, absolut digitalen und wie am Schnürchen von selbst laufenden virtuellen Himmel anzukommen – trotz Digital Native :)!

  • Veronika 29. April 2013 at 15:53

    Oh ja! Nein! Das ist großartig! Frau van Rosendaal bloggt! Gefällt mir sehr!

  • Philipp 29. April 2013 at 18:29

    Gefällt mir! :)

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