Date: 4. Juni 2013

Author: Nicole Jansen van Rosendaal

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Home-Office- eine Frage des Menschentyps: Homo-Officiosus

Ich brauche einen Arbeitsplatz außerhalb meiner Privatsphäre auf den ich mich morgens so richtig freue.

Für mich persönlich ist der soziale Kontakt durch die Arbeitswelt ein Megamotivator für meinen Job. In meinem Home-Office sind meine Kollegen nur per E-Mail, Hang-Out oder Handy sichtbar und hörbar. Ich bin aber kein Tan oder Pin oder Code. Ich bin Mensch und nehme mit all meinen Sinnen alles wahr, fast alles.

Home-Office affin zu sein hat nicht nur inhaltlich mit dem Job was zu tun: Noch wichtiger ist für mich die Frage, bin ich der Typ dazu? Was möchte ich? Ob digital und oder halbanalog. Das ist eine reine Typfrage und ich bin nicht der Typ Home-Office, weil „allein zuhause“ und schon drei Mal nicht der Typ „Allein im Büro“.

Es stellt sich mir dabei ebenso die Frage, wie bin ich geprägt? Was ist für mich Lebensqualität und zwar Lebensqualität am Arbeitsplatz?

Wenn the young professionals, the digital natives bereits wieder nach Werten schreien und Familien gründen wollen und ihren Job nicht mehr nur als das Identifizierungstool (wie all die Generationen davor) ihrer Persönlichkeit betrachten sondern Beziehung, Familie, Freunde und Freizeit in den Vordergrund stellen: was heißt das für die Zukunft der Arbeitswelt? Ja, ich will – gerne doch auch Home-Office.
Eine neue Generation, die anders aufwuchs hat auch das Recht eine für sie angepasste Lebensqualität in ihrer Arbeitswelt zu finden und zu leben. Ist es die Geburt eines Neuzeitmenschen?

Homo Officiosus (laut Eigenkreation mit Hilfe des Latein-Deutsch Wörterbuchs: williger, diensteifriger, gefälliger Mensch)? Dass er seinen Arbeitsplatz innerhalb seiner häuslichen Umgebung beziehen möchte?

Aber für mich, die Familiengründung hinter sich hat, ihre Mutterrolle soeben abgibt, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sich nochmal völlig anders mit der Rolle als Arbeitnehmer zu identifizieren. Prioritäten verändern sich ja. Je nach Entwicklungsstadium.

Nicht, dass ich mich zuhause langweilen könnte, aber ich will raus! Ich will den Abstand. Ich will kein Büro zuhause, das vollgestopft ist mit Firmenordnern. Ich will auch keine ausdünstenden Drucker-Kopierer-Geräusche oder Scanner zu Hause stehen haben.

My Home is my Castle und nicht my Home-Office! Ich lebe in zwei Biotopen und das gerne. Muss ich auf jeden neuen Gaul springen, wenn ich Erfahrungswerte gesammelt habe, die mir gefallen? Ich habe Werte in der Lebenszeit und Phase meiner Generation gesammelt – die möchte ich behalten und gerne leben.

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